Die Wasserwacht Gaimersheim leistet beim Faschingsumzug in Gaimersheim einen der größten Sanitätsdienste im Landkreis EI

Natürlich müssen für eine solche Großveranstaltung die für den Sanitätsdienst verfügbaren Kräfte der Wasserwacht Gaimersheim (11) durch weitere Kräfte der BRK-Bereitschaften Böhmfeld (9) bzw. Kösching (11) und der Wasserwacht Großmehring (6) verstärkt werden. Dabei wird die nach einer validierten Risikobewertung – dem sog. Maurer-Schema – ermittelte Sollstärke für Aus- und Fortbildungszwecke regelmäßig mit zusätzlichen Kräften aufgestockt. In diesem Jahr waren in der Hauptzeit zwischen 13:00 Uhr und 20:00 Uhr bis zu 37 BRK-Kräfte, 2 Krankentransportwagen (KTW) und 1 Rettungstransportwagen (RTW) im Einsatz.

Ihren Stützpunkt mit eigener Einsatzzentrale und einen mit Notfall- oder Rettungssanitätern besetzten Behandlungsplatz mit 6 (Feld-)Betten richten die Einsatzkräfte im Gaimersheimer Backhaus ein. Von dort aus werden auch die eingesetzten Kräfte über Funk koordiniert. Wenn aus der feiernden Menge auch über die hoffentlich bekannte 112 an die Integrierte Leitstelle (ILS) Notrufe abgesetzt werden, ist die ILS über den digitalen BDBOS-Funk mit den Kräften vor Ort in direktem Kontakt, so dass die nach dem Faschingsumzug rund um den Marktplatz patrouillierenden Fußtrupps schnellstmöglich Hilfe leisten können.

Während des Faschingsumzuges werden die 3 Einsatzfahrzeuge vorsorglich an geeigneten Standorten entlang der Strecke bereitgehalten, an den engeren Stellen der Umzugsstrecke beziehen weitere 5 Fußtrupps an festgelegten Punkten Stellung. Über Funk werden die Fahrzeugbesatzungen und die Fußtrupps durch die örtliche Einsatzleitung koordiniert und mit Ende des Zuges wieder am Stützpunkt zusammengezogen. Für den weiteren Abend werden die Kräfte dann nach kurzer Einsatzbesprechung für das noch laufende Faschingstreiben im Ortskern neu organisiert.

Die Erfahrung zeigt, dass sich vor allem alkoholisierte Personen gerne vom Geschehen absondern und dann schnell eine Unterkühlung droht oder die Betroffenen im Falle einer Bewusstlosigkeit schlimmstenfalls an Erbrochenem ersticken können. Deshalb – und auch um sexuellen Übergriffen vorzubeugen – gehen die Sanitäter, während des rund um den Marktplatz noch andauernden Faschingstreibens, als Fußtrupps auf Streife und kontrollieren vor allem abgelegene Stellen abseits der eigentlichen Brennpunkte. Dabei werden auch die Parkhäuser, zugängliche Hinterhöfe, die öffentliche WC-Anlage am Marktmuseum und abgelegene Seitenstraßen regelmäßig inspiziert und abgegangen.

Im Rahmen des Faschingstreibens wurden in diesem Jahr mit insgesamt 46 Fällen gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr Versorgungen (+20) dokumentiert, dabei wurden 13 Fälle mit Schnitt- und Platzwunden, 8 Alkoholintoxikationen,  3 Fälle der Kategorie Prellung/Stauchung, 1 ACS (Akutes Coronar Symptom), 3 Schläge ins Gesicht / an den Kopf, 1 Fraktur, 1 „schlechter Allgemeinzustand“ und 16 Wundversorgungen mit Pflaster / Wundauflagen registriert. Es wurden 8 RTW-Transporte ins KLINIKUM Ingolstadt und Kösching notwendig, dabei 1 vorgelagerter Notarzteinsatz zur Untersuchung des ACS mit Verdacht auf Herzinfarkt.

Beendet wurde der SAN-Dienst am Faschingssonntag um 23:30 Uhr. Die vollständige Räumung des Stützpunktes im BACKHAUS erledigte die Gaimersheimer Wasserwacht dann am Rosenmontag nach kurzem gemeinsamen Frühstück.

In Summe wurden für den gesamten SAN-Dienst 358 Einsatzstunden geleistet – die Wasserwacht Gaimersheim bedankt sich ausdrücklich bei allen beteiligten Kräften für den vorbildlich abgeleisteten Dienst und vor allem für die äußerst kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit.


Das Foto zeigt das Großaufgebot der beteiligten BRK-Kräfte vor dem Ausrücken zu Beginn der Veranstaltung.

Hier der Link zum DK-Artikel über den Umzug (DK Nr .53 v. 04. März 2019)